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Novellierung der Altholzverordnung

Jedes Jahr fallen in Deutschland ca. acht Millionen Tonnen Altholz an, wovon derzeit nur rund 25 Prozent ins Recycling kommen und dort fast ausschließlich zu Spanplatten verarbeitet werden. Die restlichen rund 75 Prozent werden energetisch verwertet und entweder in Altholzkraftwerken zur Wärmegewinnung eingesetzt oder zu einem kleineren Teil auch in holzverarbeitenden Betrieben selbst energetisch zum Heizen oder zur Stromerzeugung genutzt.

Die Anforderungen an die Verwertung und Beseitigung von Altholz wird in der Altholzverordnung geregelt. Zur Novellierung der Altholzverordnung (AltholzV) hat das Bundesumweltministerium im Mai 2020 einen Diskussionsentwurf vorgelegt, womit vor allem das Recycling und damit die Umsetzung der Abfallhierarchie im Bereich der Altholzentsorgung gestärkt werden soll.  

Im Detail sind insbesondere die folgenden Änderungen der AltholzV vorgesehen:  

Der Anwendungsbereich der Novelle erstreckt sich künftig auf die „Bewirtschaftung von Altholz“ und schließt neben der Verwertung und Beseitigung nun auch explizit die Aufbereitung des Altholzes ein. Statt dem bisherigen Begriff der Altholzbehandlungsanlage wird künftig zwischen Altholzaufbereitungsanlagen (Anlage, in der Altholz vor der Verwertung aufbereitet wird, insbesondere durch Sortierung, Zerkleinerung, Siebung, Sichtung, Störstoffentfrachtung oder Pelletierung) und Altholzverwertungsanlagen (Anlage zur stofflichen oder energetischen Verwertung von Altholz) unterschieden. Zur „stofflichen Verwertung“ zählt künftig bereits die Vorbereitung zur Wiederverwendung. 

Neu ist ebenfalls, dass alles Altholz ausschließlich an eine Altholzaufbereitungsanlage geliefert werden darf. Dies würde dazu führen, dass kein Altholz mehr direkt an thermische Verwertungsanlagen geliefert werden dürfte.  

Die Pflicht zur getrennten Sammlung der Altholzkategorien A I bis A III soll nur noch dann entfallen, wenn dies technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist. Altholz der Altholzkategorie A IV ist jedoch stets getrennt zu sammeln und zu befördern. Es soll ferner eine Dokumentationspflicht eingeführt werden. 

Zudem werden die Anforderungen an die Altholzaufbereitung definiert. So muss u.a. sichergestellt sein, dass Altholz unterschiedlicher Altholzkategorien nicht miteinander vermischt wird, zur Wiederverwendung geeignetes Altholz aussortiert und einer entsprechenden Verwertung zugeführt wird und dass zur stofflichen Verwertung geeignetes Altholz getrennt gehalten wird. 

Vorab viel diskutiert war die Frage nach der Ausgestaltung einer Regelung zum Vorrang der stofflichen Verwertung vor der energetischen Verwertung nach der fünfstufigen Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Nach dem aktuellen Diskussionsentwurf soll Altholz der Kategorie A I vorrangig der stofflichen Verwertung zugeführt werden, während bei Altholz der Kategorien A II bis IV die stoffliche und die energetische Verwertung gleichrangig sind. 

Betreiber von Altholzaufbereitungsanlagen haben zukünftig für Altholz der Kategorie A I folgende Recyclingquoten zu erfüllen: 
- ab dem 1. Januar 2023 mindestens 40 Masseprozent und 
- ab dem 1. Januar 2025 mindestens 60 Masseprozent. 

Holzhackschnitzel und Holzspäne, die für die Herstellung von Holzwerkstoffen aufbereitet werden, müssen die in Anlage 4 der Altholzverordnung festgelegten Grenzwerte einhalten. Der Grenzwert gilt künftig als eingehalten, wenn er im gleitenden Median (bisher: gleitender Durchschnitt) und im 80. Perzentil (bisher: Überschreitung um höchstens 25 %) der zehn letzten Untersuchungen nicht überschritten wird. Bei PCP und PCB darf der Maximalwert nicht überschritten sein. Für Chlor soll der Grenzwert erhöht, für Fluor gestrichen und bei Cadmium, Chrom, Quecksilber und PCP gesenkt werden.  

Wie die konkreten Formulieren aussehen darf gespannt abgewartet werden. Der Referentenentwurf der AltholzV ist voraussichtlich im Sommer 2021 zu erwarten.