News

Brennstoffwechsel bei einer Mangellage

Kommt Deutschland in eine Gasmangellage? Der Bund führt eine Erweiterung des BImSchG ein, die den Betrieb von Feuerungsanlagen anhand eines Brennstoffwechsels erleichtern soll. Lesen Sie mehr in unserem Newsletter.

Gas-Mangellage

In Folge der angespannten Entwicklung zu Russland befinden sich die Großhandelspreise für Erdgas weiterhin auf sehr hohem Niveau. Aufgrund der verstärkten Vorsorgemaßnahmen der vergangenen Monate ist Deutschland auf einen Ausfall der russischen Lieferungen mittlerweile besser vorbereitet als noch vor einigen Monaten. Der Lieferstopp über Nord Stream 1 verstärkt nun allerdings erneut die Sorge um eine bevorstehende Gas-Mangellage und den damit verbundenen Auswirkungen auf Wirtschaft und Bevölkerung.

Obwohl es Priorität hat eine Gas-Mangellage zu vermeiden, ist der „worst-case“ nicht auszuschließen. In dem durch die Bundesnetzagentur veröffentlichte Papier „Gas Szenarien“ (Stand 03.08.2022) werden anhand historischer Lastflussdaten verschiedene Szenarien für den Zeitraum von einem Jahr prognostiziert. Dabei haben alle, ob „best-“ oder „worst-case“ eines gemeinsam:
In keinem der betrachteten Szenarien werden die gesetzlichen Ziele zu Speicherfüllständen erreicht.

Seit dem 23. Juli 2022 gilt in Deutschland die 2. Alarmstufe des „Notfallplan Gas“. Auch wenn die Versorgungssicherheit in Deutschland derzeit weiter gewährleistet werden kann, bleibt die Lage angespannt und eine weitere Verschlechterung der Situation kann nicht ausgeschlossen werden. Wenn das Gas nicht mehr reichen sollte, würde die dritte und letzte Stufe des “Notfallplan Gas“ in Kraft treten - Gas müsste rationiert werden, die Bundesnetzagentur wäre dabei für die Verteilung zuständig.

Brennstoffwechsel bei einer Mangellage

Konkrete Maßnahmen für den Fall einer Gas-Mangellage wurden durch das „Gesetz zur Bereithaltung von Ersatzkraftwerken zur Reduzierung des Gasverbrauchs im Stromsektor im Fall einer drohenden Gas-Mangellage durch Änderungen des Energiewirtschaftsgesetzes und weiterer energiewirtschaftlicher Vorschriften“ am 08. Juli 2022 verkündet.

Vor diesem Hintergrund wurde nun auch das BImSchG durch den vierten Abschnitt „Brennstoffwechsel bei einer Mangellage“ erweitert. Ziel die Ergänzung der §§31a bis d ist es, befürchteten Erdgas-Engpässen durch einen temporären Brennstoffwechsel entgegenzuwirken. Die Ergänzungen sehen insbesondere flexible Emissionsgrenzwerte für Schwefeldioxid vor, durch die der weitere Fortbetrieb verschiedener Anlagen durch einen Brennstoffwechsel gewährleistet werden soll.

Dabei beschäftigen sich die §§31a-b mit Groß-, die §§31c-d mit mittelgroßen Feuerungs-, Gasturbinen- und Verbrennungsmotoranlagen.

Für große Anlangen (Feuerungswärmeleistung >50 MW) wird den zuständigen Behörden ermöglicht, den Anlagen eine maximal 6-monatige Abweichung von den vorgegebenen Emissionsgrenzen für Schwefeldioxid zuzulassen (§31a). Im Falle einer plötzlichen Unterbrechung der Gasversorgung ermöglicht §31b den Antrag auf Einsatz eines anderen Energieträgers, auch wenn die sonst vorgeschriebene Abgasreinigungsanlage nicht installiert ist. Eine solche Ausnahme ist für maximal 10 Tage gültig. In Härtefällen (Aufrechterhaltung der Energieversorgung) kann sie gegebenenfalls verlängert werden.

Für mittelgroße Anlagen (Feuerungswärmeleistung 1-50 MW) wird den zuständigen Behörden ermöglicht, Anlagen eine maximal 6-monatige Abweichung von den vorgegebenen Emissionsgrenzen für Schwefeldioxid zuzulassen (§31c). Im Falle einer plötzlichen Unterbrechung der Gasversorgung ermöglicht §31d den Antrag auf Einsatz eines anderen Energieträgers. Diese Erlaubnis ist für maximal 10 Tage gültig, auch ohne die Ausstattung mit einer sekundären Emissionsminderungsvorrichtung. In Härtefällen (Aufrechterhaltung der Energieversorgung) kann sie gegebenenfalls verlängert werden.

In allen Fällen ist eine Zulassung bei der zuständigen Behörde einzuholen

 

Haben Sie Fragen hinsichtlich der erforderlichen Zulassungen für Ihre Anlage?

Wir beraten Sie gerne und unterstützen Sie bei der Sicherstellung Ihres Anlagenbetriebes!